trollblume

06. Juli 2015

Herrsching sucht einen Schulleiter

„Wenn der Rektor nicht der richtige ist, geht nichts.“, sagt Lehrerin Anna von Chossy bei der Bildungsveranstaltung „Schule neu denken – Konzepte individuellen Lernens“ der Thomas-Dehler-Stiftung am vergangenen Mittwoch in Herrsching. Die Deutsch- und Geschichtslehrerin muss es wissen. Sie unterrichtet am Truderinger Gymnasium nach einem didaktischen Lernkonzept, dass keine Klassenzimmer mehr vorsieht. Schüler einer Jahrgangsstufe lernen auf einer Etage in Teamarbeitsplätzen und Lerninseln. In eine ähnliche Richtung denken auch die Verantwortlichen im Kreis und in der FDP.

Lerncluster oder auch Lerninseln genannt lösen geschlossene Klassenräume ab. Schüler bekommen Aufgaben gesellt, die sie im Team lösen sollen. In Gruppen können sie sich an unterschiedlichen Orten zusammenfinden, um zu arbeiten. Der Lehrer gibt Hilfestellungen und ist Moderator. Klassenverbänden sind aufgelöst, der Stoff wird in einem Zeitraum erarbeitet, jeder Schüler so schnell er kann. Am Ende des Schuljahres muss der Lehrplan erfüllt sein.

„Rund zweidrittel der Schüler können sehr gut allein arbeiten.“, sagt Lehrerin von Chossy. Um die anderen Schüler kümmert sie sich. Freiarbeit heißt dieses pädagogische Konzept, dass neben kognitivem Wissen vor allem Teamfähigkeit, Kreativität und Demokratie fördert. Fähigkeiten, die heute von jungen Menschen verlangt werden.

„Wir werden uns für dieses didaktische Modell einsetzen und den Mut haben, eine Schule zu bauen, die es bisher im Landkreis so noch nicht gibt.“, setzt sich Kreisrat Oswald Gasser für die Ausrichtung des neuen Gymnasiums in Herrsching ein. Kreisvorsitzende Britta Hundesrügge sieht hier eine Chance, den Landkreis in seiner Bildungslandschaft um eine pädagogische Ausrichtung zu bereichern, die individuelles Lernen fördert.


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